Zertifizierung von Baumwolle, Stoffen und Kleidung

Es gibt viele verschiedene Organisationen, Standards und Zertifizierungsverfahren, die in der Textilbranche für eine ökologisch nachhaltige, umweltverträgliche und sozial verantwortliche Erzeugung von Stoffen und Kleidung sorgen wollen. Meist sind dabei die Schwerpunkte unterschiedlich verteilt.

Die folgende Auswahl der wichtigsten Standards und/oder Organisationen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, soll aber einen Überblick bieten.

Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA)

Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau wird ohne die Verwendung von chemisch-synthetischen Pestiziden, Insektiziden, Fungiziden und Düngemitteln produziert. Das bedeutet auch keine Verwendung von Entlaubungsmitteln, sondern das Pflücken der Baumwolle von Hand. So wird sichergestellt, dass nur voll ausgereifte Kapseln mit weißen, langen und dauerhaften Samenhaaren in die Weiterverarbeitung gelangen. Die höhere Qualität dieser von Hand geernteten Baumwolle bringt den Bauern einen höheren Preis pro Kilogramm ein, welcher den geringeren Ertrag meist ausgleichen kann. Die Abnehmer der kbA-Baumwolle zahlen zusätzlich Bio-Prämien von 20 bis 40 % für den Mehraufwand aus.

Biologischer Anbau bedeutet aber noch mehr: Es wird vorausschauend gewirtschaftet, durch Planung einer Fruchtfolge und Anbau in Mischkultur, Verwendung von organischem Dünger, wie Mist und Kompost, Verminderung von Nährstoffverlusten und mechanische und biologische Schädlings- und Unkrautbekämpfung. Das Prädikat aus „kontrolliert biologischem Anbau“ kann nur erteilt werden, wenn der Boden mindestens 3 Jahre chemiefrei bestellt wurde. Außerdem ist der Einsatz von genetisch verändertem Saatgut und Pflanzenmaterial untersagt. Der biologische Landbau sorgt vor und nicht nach.

Die Zertifizierung und damit Einhaltung der Vorgaben des biologischen Anbaus der Baumwolle erfolgt durch jährliche Inspektionen unabhängiger Institutionen, die dafür Qualitätssiegel (wie z.B. GOTS, Best, Fairtrade) vergeben können.

Garne dürfen nur als unbehandelte Naturfasern bezeichnet werden, wenn sie im Laufe ihrer Erzeugung und Verarbeitung keine Kunstharz- oder chemisch-synthetische Behandlung erfahren haben und weder gebleicht, noch gefärbt wurden. Bei Garnen aus kbA-Baumwolle gibt es keinen reinweißen Farbton, da dieser nur durch Bleichen mit synthetischen Mitteln (Chlor, Ammoniak etc.) erreicht wird. Optische Aufheller sind ebenfalls verboten. Bleichen ist bei kbA-Baumwolle nur auf Sauerstoffbasis erlaubt und das erzeugt einen milchweißen Farbton.

Heute wird in mehr als 24 Ländern der Erde auf allen Kontinenten unter den jeweiligen Standortverhältnissen erfolgreich Bio-Baumwolle produziert.

Im Vergleich dazu der konventionelle Baumwoll-Anbau ...

Konventionelle Baumwolle wird in großflächigen Monokulturen angebaut und das Jahr für Jahr auf der selben Fläche, meist ohne Fruchtwechsel. Dadurch ergibt sich ein hoher Schädlings- und Krankheitsdruck, der nur durch den intensiven Einsatz von gefährlichen Pestiziden einigermaßen beherrscht werden kann. Weltweit werden 1/4 aller Insektizide, darunter einige der gefährlichsten Nervengifte eingesetzt. Akute Vergiftungen, tödliche Unfälle und die langfristig schädigenden Wirkungen, durch Eindringen der Gifte ins Grundwasser, sind eine bedrohliche Folge dieser Anbaupraxis. Es besteht außerdem die Gefahr chemischer, toxikologisch kritischer Rückstände auf den Fasern und dem fertigen Textil.

Das Saatgut ist oft genmanipuliert oder chemisch behandelt. Ein massiver Einsatz von Kunstdünger nötig ist, weil der Boden durch den Anbau in Monokultur stark ausgelaugt wird. Auch ist in den typischen Anbaugebieten der sommertrockenen Subtropen eine Bewässerung für hohe Erträge notwendig. Die Folgen sind das Absinken der Wasserpegel von Grundwasser und Seen (z.B. des Aralsees). Versalzung und Versteppung der trocken gefallenen Böden hinterlassen oft nur Armut und Flucht.

An einem Baumwollstrauch werden nicht alle Baumwollkapseln gleichzeitig reif. Zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung muss im konventionellen Anbau aber maschinell geerntet werden. Deshalb kommt es zum Einsatz von sogenannten Entlaubungsmitteln.  Das sind Herbizide, die die Baumwollpflanze erst zum gleichzeitigen Notreifen der noch nicht fertigen Kapseln zwingen und zum Schluss ganz absterben lassen. Die Qualität der künstlich gereiften Baumwollkapseln ist schlechter und wird mit den hochwertigen Kapseln untrennbar vermischt.
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Kapseln bereits geöffnet sind, wenn das Gift ausgebracht wird, so dass es von den Kapseln aufgesaugt wird. Die Rohbaumwolle ist bereits belastet und für die ersten Verarbeiter sehr gesundheitsschädlich. Das Gift gelangt außerdem in den Boden und weiter ins Grundwasser. Nachfolgende Pflanzengenerationen nehmen das Gift über die Wurzel auf und sind bereits zu Wachstumsbeginn geschwächter. Vermehrter Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln sind die Folge. Ein gefährlicher Kreislauf beginnt, durch immer höher werdende Belastungen und Kosten durch Pestizide und resistente Schädlinge.

Ein ökologisches Desaster und die Überschuldung der Baumwoll-Bauern sind Folgen vom konventionellen Anbau von Baumwolle!

Quelle und weitere Informationen: http://www.kbastoff.com, http://www.biothemen.de/Oekologie/rohstoffe/baumwolle.html

Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) zertifiziert BEST

BEST

BEST ist ein hauptsächlich im europäischen Raum bekannter Standard, mit den im Augenblick höchsten Ansprüchen an textile Ökologie und liegt damit weit über den Vorgaben der Gesetzgebung der Europäischen Union. Er bildet die gesamte textile Produktionskette ab und das sowohl unter ökologischen, als auch sozialverantwortlichen Gesichtspunkten. Die Richtlinien des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft e.V. (IVN) werden seit 2000 in vollem Umfang durch den Standard BEST erfüllt und umgesetzt. Einschränkungen in der Palette von Qualitäten und Produkten werden dabei bewusst in Kauf genommen.

Der IVN war als Mitglied der International Working Group (IWG) ebenfalls an der Entwicklung und Vergabe des GOTS-Standards (Global Organic Textile Standard) beteiligt. Die IWG setzt sich zusammen aus dem Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. - IVN (Deutschland), der Soil Association - SA (England), der Organic Trade Association - OTA (USA) und der Japan Organic Cotton Association - JOCA (Japan).

Zusammenfassung der wichtigsten Richtlinien für den BEST Standard ...

Die Richtlinien für BEST schreiben vor, dass ein Betrieb über eine „Umweltpolicy“ verfügen muss. In diesem Dokument, dass der Zertifizierungsstelle vorgelegt wird, findet man Maßnahmen zur Minimierung und Überwachung von Abfall und Umweltbelastungen und Pläne für Fälle von Abfall- und Verschmutzungsvorfällen. Ebenso enthalten sind Dokumentationen zur Ausbildung des Personals zum sparsamen Umgang mit Wasser und Energie, zur richtigen und minimalen Verwendung von Chemikalien und ihrer korrekten Entsorgung sowie Programme zur Verbesserung des Betriebsablaufs in dieser Hinsicht.

Bei BEST muss die Fläche einer Textilie (also das eigentliche Gewebe oder Gestrick ohne Zutaten (wie Reißverschlüsse, Bündchen, Einlagen, Futter, Knöpfe etc.) zu 100% aus Naturfasern bestehen, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Der Anteil der synthetischen Fasern, wie z. B. Elasthan, Polyacryl oder Viskose dürfen bei zusätzlichen Accessoires nur maximal 5% ausmachen. In Ausnahmefällen dürfen synthetische Fasern auch bei elastischen Stoffen eingesetzt werden, wie beispielsweise bei Bündchen oder Spitze.

Quelle und weitere Informationen: http://www.naturtextil.de/verbraucher/qualitaetszeichen/best.html

Global Organic Textile Standard (GOTS)

GOTS Standard

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist ein weltweit anerkannter Standard für die Produktion und Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Dabei wird die gesamte Wertschöpfungskette hinsichtlich ökologischer und sozial verantwortlicher Richtlinien beurteilt. Die Zertifizierung und damit Qualitätssicherung erfolgt unabhängig für jeden Abschnitt der Textillieferkette. Deshalb können nur Produkte als GOTS zertifiziert gekennzeichnet werden, deren gesamte Herstellungskette lückenlos zertifiziert ist.

Mit dem GOTS Standard werden Anforderungen definiert, die dem Endverbraucher eine hohe Produktsicherheit im Hinblick auf umweltverträgliche und sozialverantwortliche Herstellung von Textilprodukten garantiert.
Textilien müssen zu 90% aus Naturfasern bestehen (Baumwolle, Wolle etc.), die wiederum zu mindestens 70% aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen.

Der GOTS kann als Mindeststandard angesehen werden, der mit dem EU-Bio-Siegel der Ernährungsindustrie vergleichbar ist.

Weitere Informationen zur GOTS-Zertifizierung ...

Der wichtigste Unterschied zum strengeren BEST Standard besteht in der Mindestmenge an zertifizierten Naturfasern.
Der Standard sieht dabei zwei Kennzeichnungsstufen vor:

Für die Kennzeichnungsstufe 1, mit der Bezeichnung "kbA/kbT Fasern" bzw. "organic", muss das Produkt aus mindestens 95% kontrolliert biologischen Naturfasern und weniger als 5 % konventionell erzeugten natürlichen oder bestimmten Chemiefasern erzeugt sein.

Für die Kennzeichnungsstufe 2, mit der Bezeichnung "hergestellt aus x% kbA/kbT Fasern" bzw. "made with organic", muss das Produkt aus mindestens 90% Naturfasern bestehen und diese mindestens zu 70% kontrolliert biologisch erzeugt sein. Höchstens 10 % der Fasern können synthetische Fasern oder Viskose sein, bei Sportbekleidung, Socken oder Leggings dürfen es 25% sein.

Bei BEST muss die Fläche einer Textilie (also das eigentliche Gewebe oder Gestrick ohne Zutaten wie Reißverschlüsse, Bündchen, Einlagen, Futter, Knöpfe etc.) zu 100% aus Naturfasern bestehen, die aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) oder kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen. Der Anteil der synthetischen Fasern, wie z. B. Elasthan, Polyacryl oder Viskose dürfen bei zusätzlichen Accessoires nur maximal 5% ausmachen. In Ausnahmefällen dürfen synthetische Fasern auch bei elastischen Stoffen eingesetzt werden, wie beispielsweise bei Bündchen oder Spitze.
Alle chemischen Zusätze (z.B. Farbstoffe, Hilfsmittel und Prozesschemikalien) müssen vor dem Einsatz geprüft werden und die Grundanforderungen bezüglich Toxizität und biologischer Abbaubarkeit erfüllen. Zur Bleiche darf nur Sauerstoff und kein Chlor verwendet werden. Das Textil ist garantiert nickelfrei und die Verwendung von allergieauslösenden Azofarbstoffen oder Farbstoffen sind verboten. Die Produktteile und deren Verpackung müssen PVC-frei sein.
Soziale Mindestkriterien müssen von allen Verarbeitern und Herstellern auf der Grundlage der Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erfüllt werden.

Es können z.B. Garne, Stoffe, Bekleidung, Heimtextilien und sonstige Produkte aus textilen Fasern zertifiziert werden. Für Leder- und Fellprodukte legt der Standard keine Kriterien fest.

Quelle und weitere Informationen: www.global-standard.org

Fairtrade - Certified Cotton

Fairtrade

Ökonomie, Ökologie und Soziales sind die drei Säulen der Fairtrade-Standards. Sie bilden die Grundpfeiler des Fairen Handels. Die Produkte von Produzenten und Händlern die sich an diesen Standard halten, können mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet werden.

Das Fairtrade-Siegel für Baumwolle garantiert fair angebaute und gehandelte Rohbaumwolle. Die Baumwolle von Textilien, die das Fairtrade Certified Cotton-Siegel tragen, ist zu 100% Fairtrade-zertifiziert. Der Weg der Baumwolle in der Produktionskette ist jederzeit verfolgbar, d.h. die fair gehandelte Baumwolle kann auch in jeder Phase der Produktion und Verarbeitung von konventioneller Baumwolle getrennt weiterverarbeitet werden.

Die Fairtrade-Standards für Baumwolle gelten nur für Kleinbauernorganisationen und Vertragsbauern. Durch einen fairen Mindestpreis den Fairtrade bezahlt, werden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Baumwoll-Bauernfamilien nachhaltig verbessert. Die Bauern und Bäuerinnen können die Kosten einer nachhaltigen Produktion durch den festen Mindestpreis decken. Das gibt ihnen Sicherheit und die Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Kooperativen erhalten außerdem eine Prämie, die in Gemeinschaftsprojekte investiert werden können, wie den Bau einer Schule oder eines Brunnens für das ganze Dorf.

Kontrolliert biologischer Anbau (kbA) von Baumwolle wird gefördert, ist aber nicht verpflichtend vorgeschrieben. Der Einsatz von gentechnisch-verändertem Saatgut ist allerdings generell bei allen Fairtrade Certified Cotton Produkten verboten.

Die wichtigsten Punkte des Fairtrade-Standards ...
  1. Der Fairtrade-Mindestpreis trägt zur Kostendeckung einer nachhaltigen Produktion bei. Die Höhe richtet sich nach den verschiedenen Baumwoll-Qualitäten und Anbauregionen. Wenn der lokale Marktpreis über dem Fairtrade-Mindestpreis liegt, muss der höhere Preis bezahlt werden.
  2. Der Fairtrade-Mindestpreis für Bio-Baumwolle ist höher, als der für konventionell angebaute Baumwolle.
  3. Zusätzlich zum Fairtrade-Mindestpreis zahlt der Käufer eine Fairtrade-Prämie von 5 US Cent pro Kilo Fairtrade-Baumwolle. Diese Prämien müssen von den Produzenten für Gemeinschaftsprojekte verwendet werden, wie zum Beispiel in Bildungs-, Gesundheits- oder Infrastrukturprojekte. Die Prämien können auch für Kredite für die Bauernfamilien verwendet werden.
  4. Die Umweltstandards des Fairtrade-Siegels verbieten den Einsatz von Agrochemikalien und schreiben den Bauern und Bäuerinnen vor, dabei nachhaltig zu produzieren.
  5. Eine Vorfinanzierung der Ernte von 60 Prozent des Vertragspreises kann auf Wunsch gewährt werden.

Fairtrade-Standards für Baumwolle machen auch Vorgaben für die Weiterverarbeitung.

Für alle Schritte der Weiterverarbeitung wie Entkernung, Spinnen, Färben, Stricken, Weben, Konfektionieren, wird von den Beteiligten ein Nachweis über die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen (International Labour Organization - Internationale Arbeits-Organisation IAO) verlangt. Ist kein Nachweis vorhanden, übernimmt FLO-CERT die Überprüfung.

Quelle und weitere Informationen: www.fairtrade-deutschland.de/produzenten/baumwolle

Fair Wear Foundation (FWF)

Fair Wear

Die Fair Wear Foundation (deutsch: Organisation für faire Kleidung) ist eine Vereinigung verschiedener Akteure, die sich die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Kleidungs- und Textilindustrie zum Ziel gesetzt hat. Dabei geht es um gesetzliche und menschenwürdige Arbeitsbedingungen im gesamten Produktionsprozess, um Mitbestimmungsrechte der Arbeiter und faire Löhne. Die Arbeitsbedingungen sollen den örtlichen Gesetzen und Vorschriften entsprechen, sowie die Mindeststandards der ILO (International Labour Organization - Internationale Arbeits-Organisation IAO) einhalten.
Ökologische Standards werden nicht festgelegt oder kontrolliert.

1999 wurde die FWF als Reaktion auf öffentlichen und medialen Druck in den Niederlanden von Einzelhandelsverbänden, Lieferanten, Gewerkschaften und nichtstaatlichen Organisationen aus dem Bekleidungssektor als Stiftung gegründet.
Die Stiftung überprüft, ob die beigetretenen Firmen die Richtlinien der FWF in ihrer Produktion umsetzen. 2010 hatte sie mehr als 50 Unternehmen als Mitglieder, die aus ganz Europa stammen und ist in produzierenden Ländern, wie Bangladesch, China, Indien und der Türkei aktiv.

Die Arbeitsstandards der FWF basieren auf den ILO-Übereinkommen (International Labor Organization), einschließlich der sogenannten Kernarbeitsnormen und auf der UN-Menschenrechtsdeklaration. Die Arbeitsstandards folgen den Normen, die von der internationalen Gemeinschaft festgelegt wurden.

Kriterien der Fair Wear Foundation ...
  • Mindestalter der ArbeiterInnen liegt bei 15 Jahren, jegliche Form der Sklaverei oder menschenunwürdige Praktiken, wie Kinderhandel, Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft und Zwangsarbeit sind verboten
  • garantiert die Zahlung eines existenzsichernden Erwerbseinkommens, dass dem gesetzlichen oder branchenüblichen Minimum entsprechen muss
  • Arbeits-und sozialrechtliche Verpflichtungen müssen eingehalten werden
  • Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen für ArbeiterInnen, Recht auf Gründung und Mitgliedschaft in Gewerkschaften
  • Arbeitszeit regelmäßig nicht mehr als 48h pro Woche, entsprechend des branchenüblichen Standards, ein arbeitsfreier Tag die Woche, maximal 12h pro Woche Überstunden, aber nicht regelmäßig und durch Mehrarbeitszulage kompensiert
  • Regeln zur größtmöglichen Unfallverhütung und Minimierung von Gesundheitsrisiken sollen umgesetzt werden

Die Überprüfung der Arbeitsstandards erfolgt einmal jährlich durch ein internes Gremium der Mitgliederunternehmen. Eine Kontrolle über die Umsetzung der Arbeitsbedingungen erfolgt durch eine externe unabhängige Kontrolle im dreijährigen Rhythmus.

Quelle und weiter Informationen: http://www.fairwear.org/

Oeko-Tex®

Oeko Tex

Seit 1992 steht das Label Oeko-Tex® für textiles Vertrauen. Durch die unabhängige Schadstoffprüfung können gesundheitlich einwandfreie Textilprodukte hergestellt werden. Für Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie gibt es mit dem Oeko-Tex® Kriterienkatalog erstmals einen einheitlichen und wissenschaftlich begründeten Maßstab für die Beurteilung möglicher Problemstoffe in Textilien. Das ist angesichts der global organisierten und stark arbeitsteiligen Textilproduktion ein wichtiger Beitrag zur Vertrauensbildung der Endverbraucher in die Sicherheit hautfreundlicher textiler Produkte.

In der Textilindustrie werden die verschiedenen Verarbeitungsschritte oft nicht nur in verschiedenen Betrieben, sondern in unterschiedlichen Ländern durchgeführt. Komplexe Liefer- und Arbeitsbeziehungen sind die Folge. Jedes Land hat zudem eigene Umweltauflagen in der Textilproduktion. Ziel des Oeko-Tex® Standards ist es deshalb Kriterien festzulegen, die global bestehenden Unterschiede in der Schadstoffbewertung auszugleichen.

Das System von Oeko-Tex® kann zu jeder Bearbeitungsstufe mögliche Eintragungsquellen von potentiell schädlichen Problemstoffen feststellen und beseitigen. Dabei bedeutet jede chemische oder neue Zusammensetzung des Textilproduktes eine solche Stufe, die eine neue Überprüfung erforderlich macht.

Oeko-Tex® Standards im Einzelnen ...

Der Oeko-Tex® Standard 100 stellt ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungsverfahren dar, welches textile Roh-, Zwischen- und Endprodukte aller Verarbeitungsstufen überwacht und kontrolliert. Es garantiert, dass gesetzlich zulässige Höchstmengen an Pestiziden, Schwermetallen und Formaldehyden unterschritten werden. Farbstoffe, die Krebs- oder Allergieauslösend sein können, dürfen nicht verwendet werden. Die Schadstoffprüfung umfasst gesetzlich verbotene, reglementierte Substanzen und bekanntermaßen gesundheitsbedenkliche Chemikalien, wie auch Parameter zur Gesundheitsvorsorge. Dieser Standard umfasst eine Schadstoffprüfung mit einer Produktzertifizierung. Bei der Schadstoffprüfung werden nach Intensität des Hautkontaktes der Textilien vier Produktklassen unterschieden und entsprechend streng kontrolliert.

  • Produktklasse I: textile Artikel für Babys und Kleinkinder bis 3 Jahren (Bekleidung, Spielwaren, Bettwäsche, Frottierwaren etc.)
  • Produktklasse II: hautnah verwendete Textilien (Unterwäsche, Bettwäsche, T-Shirts etc.)
  • Produktklasse III: hautfern verwendete Textilien (Jacken, Mäntel etc.)
  • Produktklasse IV: Ausstattungsmaterialien (Vorhänge, Tischdecken, Polstermöbelbezüge etc.)

Der Oeko-Tex® Standard 100 plus berücksichtigt die humanökologischen Aspekte des Produktes und ihre umweltfreundlichen Produktionsbedingungen. D.h. dieser Standard beinhaltet die Kriterien für das Prüfverfahren für Oeko-Tex® Standard 100 und die Kriterien für das Label Umwelt- und sozialverträgliche Produktion mit einer Betriebsstätten-Zertifizierung nach Oeko-Tex® Standard 1000. (Seit Juli 2013 wird der Oeko-Tex® Standard 1000 durch STeP (Sustainable Textile Production) by Oeko-Tex® ersetzt.) Für eine Zertifizierung nach STeP müssen die Mindestanforderungen über die gesamte Produktionskette eingehalten werden. Die Mindestanforderungen umfassen folgende Themen: Chemikalienmanagement, Umweltperformance, Umweltmanagement, Soziale Verantwortung, Qualitätsmanagement und Arbeitssicherheit

Quelle und weitere Informationen: https://www.oeko-tex.com/de/manufacturers/concept/concept_start.html